Ist der Rodelsport eine unterschätzte Werbemöglichkeit im Wintersport?

Sponsorship Activation

Im Februar haben sich 6,79 Millionen Menschen auf ARD das Doppelsitzer-Finale im Rodeln bei Olympia angeschaut. Drei Wochen später im Weltcup generiert die Sportart noch rund 1,7 Millionen Zuschauer.

Diese Spanne und meine Zusammenarbeit mit dem Olympiasieger 2018 David Gleirscher, hat mich dazu gebracht, mir den Rodelsport als Werbeplattform genauer anzuschauen. Ich wollte wissen, wie er im Vergleich zu Biathlon, Skispringen und Ski Alpin abschneidet, wer dort aktuell investiert. Und vor allem, ob die Sportart ein Potenzial hat für Marken als Werbeplattform.

Ungleiche Verteilung der Reichweite

Rodeln lebt im Weltcup von seinen rund 1,7 Millionen Zuschauern in ARD und ZDF. Dazu kommt noch eine gewisse Reichweite in Österreich über den ORF bei der für David Gleirscher in der Saison von 2018/2019 zumindest ein Werbewert von 44.681€ erzielt werden konnte.

Das ist aber trotzdem deutlich weniger als Biathlon, das in der Saison 2025/26 regelmäßig 2,8 bis 3,2 Millionen Menschen erreicht. Auch die Vierschanzentournee im Skispringen kommt in starken Jahren im Finale auf über 6 Millionen Zuschauer.

Dieser Unterschied zeigt sich aber auch deutlich in den Kosten für TV Werbung. Ein 30-Sekunden-Spot im Rodel-Weltcup kostet bei ARD und ZDF zwischen 6.000 und 12.000 Euro. Für einen Spot rund um die Vierschanzentournee verlangen die Sender bis zu 34.500 Euro.

Dieses Jahr bei den Olympischen Spielen war es aber anders. 2026 kam Max Langenhans Olympiasieg im Einsitzer im ZDF auf über 6,5 Millionen Zuschauer. Das Doppelsitzer-Finale erreichte in der ARD sogar 6,79 Millionen, mehr als jede andere Sendung der Spiele im Ersten.

Das zeigt deutlich, dass die Sportart ein großes Potenzial hat, welches aber aktuell noch nicht völlig ausgeschöpft wird.

Warum Rodler keine Influencer werden

TV-Reichweite spielt natürlich eine große Rolle und baut die Bekanntheit der Sportart, Athleten und damit auch deiner Marke als Sponsor auf. Doch heutzutage spielt die Reichweite über Social Media eine mindestens genauso große Rolle.

Hier schneiden die meisten Rodler tatsächlich sehr schwach ab: Felix Loch kommt auf etwa 31.000 Follower. Julia Taubitz liegt bei rund 41.000. Max Langenhan, der in Cortina zweimal Olympiagold geholt hat, kommt trotzdem nur auf etwa 13.000.

Im Vergleich dazu liegt Biathletin Franziska Preuß bei 169.000 Followern, Skispringer Andreas Wellinger bei 164.000. Skifahrer Manuel Feller kommt sogar auf 225.000.

Woran das liegen kann hat ziemlich sicher viele Gründe. Zum einen ist die Zielgruppe des Rodelsports grundsätzlich etwas älter und daher weniger auf Social Media unterwegs. Aber es wird mit ziemlicher Sicherheit auch einfach zu wenig guter Content, sowohl von den Verbänden, als auch den Athleten selbst produziert.

Ich sehe hier aber gerade deswegen noch ein großes Potenzial, da die Sportart an sich sehr viele Möglichkeiten bietet, um über Social Media Content Reichweite zu generieren.

Wer schon investiert

Bei den Marken, die als Sponsor in den Sport investieren zeigt sich sehr gut, was wir oben beschrieben haben. Eine ältere TV-Reichweite orientierte Zielgruppe, bei der Social Media als nebensächlich betrachtet wird:


  • Hargassner (Heiztechnik): Hauptsponsor der FIL-Weltcup-Serie seit 2021, Vertrag kürzlich bis 2030 verlängert

  • Eberspächer (Automobilzulieferer): Titelsponsor des Weltcups, Manager Martin Peters begründet das Engagement damit, dass Winter und Eis genau das Umfeld sind, in dem sich die eigenen Produkte bewähren

  • Allianz: Sicherheitspartnerschaft mit dem deutschen Bob- und Schlittenverband seit Anfang 2025, sensorbestückter „Safety Sled", der die eigene Kfz-Sicherheitsexpertise auf den Eiskanal überträgt

  • Norton, Dow, Massey Ferguson, NASCAR (USA): vier Industriemarken beim amerikanischen Rodelverband, vom Schleifmittel für die Kufen bis zum Aerodynamik-Transfer aus dem Motorsport


Lohnt sich der Einstieg?

Es kommt darauf an. Wenn du als Marke gerne ein Sponsoring im Wintersport hättest, mit ähnlichen Werten wie Ski Alpin, Skispringen oder Biathlon, aber einfach nicht das Budget hast, um in diesen Sportarten sinnvoll mitmischen zu können. Dann bietet der Rodelsport viele Möglichkeiten für dich.

Die Sportler sind extrem nahbar und sehr offen für kreative Aktivierungsideen und du hast auch von den Verbänden her, mehr Freiraum in der Ausgestaltung der Aktivierung.

Außerdem bekommst du auch für kleinere Investments schon über eine ganze Saison hinweg eine ziemlich gute Sichtbarkeit, was in den anderen Wintersportarten nicht möglich wäre.

Dadurch, dass auch noch kaum B2C Marken in dem Sport als Sponsor aktiv sind, bietet sich eine sehr einmalige Möglichkeit sich als Marke hervorheben zu können.

Wie findest du meine Einschätzung? Würdest du in den Rodelsport mit deiner Marke investieren? Schreib uns gerne dein Feedback!

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