Ski-Weltcup-Sponsoring: Wie aus Bandenpräsenz eine echte Kampagne wird

Sponsorship Activation

Der Ski-Weltcup gehört zu den reichweitenstärksten Wintersport-Formaten in Europa. Rennen wie die Nightrace in Schladming oder die Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel ziehen hohe Einschaltquoten und zehntausende Fans vor Ort an.

Trotzdem sehen wir in der Praxis immer wieder dasselbe Muster: Marken investieren viel Geld in Rechtegebühren und Bandenwerbung und lassen das digitale Potential der Plattform fast komplett liegen.

Dieser Artikel zeigt die drei kommerziellen Ebenen des Ski-Weltcups und wie Sponsoren aus reiner Logopräsenz eine messbare Markenwirkung machen.

Die drei kommerziellen Ebenen des Ski-Weltcups

Jede Marke, die in den Ski-Weltcup einsteigen will, trifft auf drei getrennte Ebenen mit jeweils eigenem Vertragspartner und Preisniveau.

Internationale Rechte

Die internationalen Rechte liegen bei der Infront Sports & Media AG, die den Großteil der Saison vermarktet, aktuell 52 von 79 Rennen. Neben Titelsponsor Audi verkauft Infront kategorie-exklusive Pakete rund um sieben physische Elemente pro Austragungsort: Startanlage, Zielbogen, Startnummern und mehr. Diese sind in fünf Pakete gebündelt, gedeckelt auf sieben Sponsoren pro Rennen, mit bis zu 50 Prozent Exklusivität auf dem gebuchten Streckenabschnitt.

Nationale Partnerschaften

Auf nationaler Ebene bieten der Österreichische Skiverband oder andere Verbände Partnerschaften rund um das Nationalteam und die Heimrennen an. Diese Ebene sitzt näher an den Athleten und eignet sich besser für zugeschnittenen Content und individuelle Aktivierung. Die Interwetten Group ist hier der Referenzfall: Partner seit 2017, vorzeitig verlängert bis 2029, bewusst terminiert rund um einen der reichweitenstärksten Renntage der Saison.

Einzelne Events

Dazu kommen einzelne Veranstaltungen: Organisationskomitees wie der Kitzbüheler Ski Club gemeinsam mit der WWP Group (unter Vertrag bis 2034) oder event-spezifische Sponsorenpools bei Großereignissen (sechs Sponsoren bei der Weltmeisterschaft 2025 in Saalbach). Sie bieten Einstiegspunkte, die besonders für regionale und mittelständische Unternehmen attraktiv sind.

Was noch liegen bleibt

Die teuerste Ebene, die physische Präsenz vor Ort und im TV-Bild, liefert fast jeder Sponsor zuverlässig ab. Die Lücke sitzt an der Schnittstelle zu Digital und Social.

Digitale Verlängerung

An Renn-Wochenenden fahren die wenigsten Sponsoren gezielte Social Ads oder eigene Content-Formate parallel zur physischen Aktivierung. In einem Fall, den wir uns angesehen haben, hatte eine Marke mit einer mehrjährigen nationalen Sponsoring-Partnerschaft und über 100.000 Followern auf dem eigenen Kanal genau einen sponsoring-bezogenen Post vorzuweisen. Und der war nicht einmal selbst produziert.

Landingpages und Lead-Gewinnung

Für eigene Events bauen Marken eigene Landingpages. Für Sponsoring-Engagements passiert das fast nie. Gewinnspiele oder echter Community-Mehrwert bleiben liegen.

Retargeting

Die Aufmerksamkeit rund um ein Rennwochenende ist enorm. Genutzt wird sie selten, um interessierte Nutzer danach weiter anzusprechen.

Ein Teil davon ist strukturell bedingt. Standard-Sponsoring-Rechte decken Präsenz an der Strecke und Startnummern-Branding ab, nicht das Recht, Renn-Footage auf den eigenen Kanälen zu nutzen. Nach den Content-Creator-Richtlinien der FIS braucht jede Videoproduktion vor Ort eine eigene Akkreditierung, und Aufnahmen vom Wettkampf selbst benötigen zusätzlich eine Freigabe des Rechteinhabers. Digitale Aktivierung muss als eigenes Asset aufgebaut werden, sie ist im physischen Paket nicht automatisch enthalten.

Wie du mehr rausholst

Vier Punkte lohnen sich, um mehr aus der Investition zu holen.

  1. Baue vor dem Event Aufmerksamkeit auf. Renntermine stehen Monate im Voraus fest, also solltest du deine Community schon vorher digital einbinden, nicht erst am Renntag.

  2. Verbinde die Aktivierung vor Ort mit einem digitalen nächsten Schritt. Gewinnspiele, Fotospots oder Aktionen im Zielbereich sollten immer einen QR-Code oder eine einfache Folgeaktion mitbringen, damit der Kontakt nicht in der Menge verloren geht.

  3. Nutze Athleten als echte Geschichtenerzähler statt sie neben ein Logo zu stellen.

  4. Hör nach dem Event nicht auf. Konsequentes Retargeting hält die aufgebaute Reichweite auch über die Wintersaison hinaus aktiv.

Fazit

Der Ski-Weltcup ist eine emotionale Bühne mit enormer Reichweite. Die Marken, die davon profitieren, bauen ihre Aktivierung über die reine TV-Präsenz hinaus auf.

Wie erlebst du Sponsoring im Wintersport? Welche Aktivierung ist dir diese Saison aufgefallen? Schreib es uns in die Kommentare.

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